Maulkorb

Ein Maulkorb ist, wie der Name schon sagt, eine Art Korbgeflecht, das man über das Maul eines Hundes stülpen, und hinter seinem Kopf verschließen kann.

Die meisten Menschen verknüpfen den Maulkorb mit einem aggressiven oder sogar Kampf- oder Schutzhund, welcher durch den Maulkorb am beißen gehindert werden soll.

Maulkörbe sind meistens aus schwarzem oder braunem Leder, Kunststoff, oder Lederimitat, manche sogar aus Metall.

Dieser Look erinnert teilweise sogar an Produkte aus dem Fetisch Bereich und ist dadurch zusätzlich negativ behaftet, da die verschiedensten Fetische auch lange als Tabu-Themen behandelt wurden.


Das Erscheinungsbild ist immer irgendwie hart, böse, erschreckend und verunsichernd und suggeriert in erster Linie, dass der Träger aggressiv sein muss.


Ich erinnere mich, dass auch ich als Kind automatisch Angst vor einem Hund mit Maulkorb hatte und alle, ohne Maulkorb, immer süß fand.


Heute, als verantwortungsbewusster Hundehalter weiß ich es allerdings besser.


Gründe für das Tragen eines Maulkorbes können so unterschiedlich wie auch harmlos sein:


- Zur Giftköderpräventation

- Zum Schutz vor unerwünschten Nahrungsaufnahme

- Beim Tierarztbesuch

- Beim Aufenthalt in Maulkorbpflichtigen Zonen

- Bei Aggressionsverhalten

- Bei Angstbeißern

- Er kann auch dazu dienen, dass der Hund sich nicht selbst verletzt (OP-Wunden z.B.)

- uvm.


Mir persönlich ist es wichtig, einen Maulkorb zu haben, für den Fall der Fälle, egal in welcher Hinsicht.

Mein Rudel besteht aus meiner Terrier-Hündin Asoka und meinem Angsthund Bella, einem ehemaligen Straßenhund aus dem Tierschutz.


Terrier haben Schneid, sie gehen leicht nach vorne und haben grundsätzlich schon rassebedingt, eine erhöhte Aggressionsschwelle.

Das müssen sie auch haben, wenn man bedenkt, wofür sie gezüchtet wurden/werden.

Auch wenn es kleine Hunde sind und wir Menschen oftmals dazu neigen, einen wütenden kleinen Hund zu belächeln, es ist ein ernst zu nehmendes Thema.

Asoka hat noch nie jemanden gebissen, dennoch möchte ich, dass sie den Maulkorb kennt und sie ihn tragen kann, sollten wir ihn irgendwann tatsächlich benötigen.

So bin ich für den Fall der Fälle gewappnet.


Bei Bella ist das Überleben im Sinne von Nahrungsaufnahme, wann auch immer es möglich ist, genetisch fixiert.

Als Hund, der von Straßenhunden abstammt, und von klein auf, auf der auf der Strasse klar kommen musste, wird einfach alles verspeist, was man so findet. Ob das gut für sie ist, oder nicht, das kann sie selbst nicht einschätzen.

Zudem ist sie ein Angsthund und solche Hunde neigen oft dazu, zu einem Angstbeißer zu mutieren.

Bella hat gut gelernt, Dingen aus dem Weg zu gehen, vor denen sie sich fürchtet und geht nicht nach vorn, dennoch weiß man nie, ob das bei einem traumatisierten Hund nicht doch mal umschwingt.

Vor allem in Bezug auf Kinder, kann es durchaus sein, dass sie sehr deutlich zeigt, wenn sie etwas nicht mag und ich möchte nicht riskieren, dass sie mal schnappt in einem unbeobachteten Moment.


Ich denke die meisten Unfälle, die durch Beiß-Attacken passieren, hätte man durch die Nutzung eines Maulkorbes verhindern können. Man kennt seinen Hund schließlich und es gibt einfach so viel Situationen, wo man abgelenkt ist und eine Attacke ggf. nicht hat kommen sehen.

Auch die Aufnahme von Giftködern, an der regelmäßig Hunde sterben, lässt sich so vermeiden.


Wichtig ist, dass ein Maulkorb richtig passt.

Der Hund muss auch mit Maulkorb hecheln und Wasser gut aufnehmen können.

Durch die Zwischenräume lassen sich auch ganz einfach Leckereien geben, die klein genug sind, um hindurch zu passen.

Ein gut sitzender Maulkorb verursacht weder Druckstellen, noch Abschürfungen am Nasenrücken.

Gut antrainiert, stellt er keinerlei Behinderung für den Hund dar.

Wichtig hierbei ist, dass er eben antrainiert wird und der Hund damit keinerlei Negatives verbindet, um ein bequemes und problemloses Tragen zu gewährleisten.

Wie so ein Maulkorb-Training funktioniert, erkläre ich euch in einem anderen Beitrag.

Um hier vom Bild des Grauens wegzukommen, hat die Firma Bumas, aus Österreich, ein wirklich tolles Produkt entwickelt, was den klassischen Maulkorb zusätzlich zu einem trendigen Assecoires werden lässt.

Die Produkte werden aus Biothane hergestellt, was einen hygienischen Umgang erleichtert und eine leichte Anpassung ermöglicht.

Die bunten Kreationen können nach belieben selbst erstellt werden.

Auf der Internetseite hat man die Möglichkeit, sich seinen ganz eigenen Maulkorb mit vielen Extras und Farben zu erstellen.

Alle verschieden-farbigen Teile, kann man selbst wählen, aus einer umfangreichen Farbpalette.

Zudem gibt es noch folgende Optionen:


- Stirnriemen, wenn man einen möchte. Hier gibt es auch die Option den so zu bestellen, dass er bei Bedarf entfernt oder ausgewechselt werden kann.

- Schutzriemen, das sind die, im Bild oben, grauen Teile, welche eine Futteraufnahme vom Boden zusätzlich verhindern. Man kann hier auch nur den unteren Riemen wählen,

so dass ein zu massives Aussehen verhindert wird und mehr Freiraum entsteht.

- Safety Riemen, das sind nochmal extra Seitenriemen, die nochmal zwischen die 3 seitlichen Hauptriemen kommen, um dem Korb noch mehr Stabilität zu geben.

(Hecheln und Trinken ist hier weiterhin möglich, nur Leckerlis zu geben wird erschwert)

- Neoprenschutz, der sich als Polsterung unter dem Hauptriemen, der auf der Nase aufliegt, befindet, damit der Nasenrücken vor einem wund wetzen geschützt ist, sollte der Vierbeiner hier wenig Fell oder Narben haben.

- Nasenfrei kann man vor allem für Hunde deren Nasenspitze eher nach oben zeigt konfigurieren, wie z.B. Boxer, damit sichergestellt ist, dass er einwandfrei atmen kann.

- Reflektoren, damit man auch im Dunkeln sichtbar ist

- Und wahlweise eine Klick-Schnalle zum verschließen, oder eine Metall-Schnalle, wie beim Gürtel.


Bei der Bestellung gibt man dann noch zusätzlich die Daten des Hundes ein un gelangt zu einer sehr ausführlichen Messanleitung, damit der Maulkorb auch wirklich passend gefertigt werden kann.


Ich durfte mir zum Testen für meine beiden Mädels einen dieser trendigen Maulkörbe konfigurieren.

Ich habe mich für einen auswechselbaren Strinriemen, und die Schutzriemen, mit Klick-Verschluss entschieden.

Die Safety-Riemen und die Nasenfrei-Option habe ich weggelassen, da ich denke, das ist nicht nötig für meine Mäuse.

Das ist vor allem für unsere Freunde mit den flacheren Nasen gut, da diese teils so schon etwas schwieriger Luft kriegen, wie z.B. Boxer, Mops, Französiche Bulldogge, etc.


Nach der Eingabe der Daten und der Absendung der Bestellung gab es noch eine Herausforderung: das Hechelmaß.

Also sprich den Umfang der Schnauze während des Hechselns zu messen.

Enorm wichtig, aber wirklich schwierig umzusetzen.


Nachdem ich die meine Mäuse mit dem Fahrrad augepowert habe, konnte ich aber auch dieses nehmen und die Bestellung absenden.

Schon bald darauf waren die Maulkörbe im Briefkasten und und alle Teile, die man verstellen kann, waren mit Nieten fixiert, die man selbst verschrauben kann, um den Maulkorb pass-genau nachjustieren und einstellen zu können.


Ersatzschrauben und ein Kleber zum fixieren dieser, war auch mit im Paket und somit war das Anpassen ein Kinderspiel.


Man sollte immer daran denken, dass es ein wahnsinniger Stress ist, dem Vierbeiner in einer Situation, in der es ein "Muss" ist, plötzlich einen Maulkorb aufzusetzen, ohne, dass er den vorher Kennenlernen konnte und das Tragen trainiert wurde, daher würde ich jedem Hundebesitzer raten, legt euch einen Maulkorb zu und trainiert schon jetzt für den Fall der Fälle.


Prävention ist besser als Zwang. Und die Regeln im Zusammenleben von Mensch und Hund bringen immerzu Veränderungen mit sich.


In diesem Sinne wünschen wir euch viel Erfolg und auch Spaß, bei der Auswahl.


Euer Team von Bellasoka